Irgendwo dazwischen

Nun bin ich also tatsächlich unterwegs. 

Gestartet gestern mit unzähligen guten Wünschen, kleinen praktischen Geschenken oder Talismanen für die Reise und verabschiedet von meiner Familie und überraschend an der Straße winkenden Freunden. Dank des Bahnstreiks, der eine Anreise unkalkulierbar machte, sogar mit einem persönlichen Taxi bis zum Flughafen.

Jetzt sitze ich im Flugzeug von São Paulo nach Buenos Aires. Unter mir zieht – durch eine luftige Wolkendecke vor meinen neugierigen Blicken verborgen – Brasilien vorbei. Lediglich einen kurzen Blick auf die Atlantikküste habe ich erhaschen können. Dies ist die zweite Etappe der Anreise, nach der ersten Etappe von Frankfurt nach São Paulo, knapp 12 Stunden Flug durch die Nacht. Die dritte bringt mich dann heute Nachmittag von der argentinischen Hauptstadt nach Patagonien, nach Ushuaia in Feuerland, an den Ort, welcher von sich behauptet, die südlichste Stadt der Welt zu sein. Einen Titel, den das kleinere Puerto Williams, auf der Südseite des Beagle Kanals in Chile gelegen, ebenfalls für sich beansprucht. Wie dem auch sei: Beide gelten gemeinhin als Tor in die Antarktis. Von hier aus starten regelmäßig Schiffsreisen, heute gern Expeditionskreuzfahrten genannt, in Richtung des Weißen Kontinents. 

Auch wir wollen dorthin, mit unserer Segelexpedition Sailing SOUTH 2024.

Nach knapp zwei Jahren Planung und Vorbereitung ist es nun endlich soweit. Was lange Zeit in weiter Ferne und in den Sternen lag, das erste Jahr nicht einmal klar, ob es überhaupt gelingt, ein solches Unterfangen auf die Beine zu stellen, steht nun plötzlich unmittelbar bevor. Aus einem Traum, einer Idee ist Realität geworden.

Es kommt mir noch immer ein wenig unwirklich vor und so ganz wird es wohl erst langsam ins Bewusstsein dringen, wenn ich angekommen bin am Fin del Mundo, am Ende der Welt, über den Hafen blicke und den Beagle Kanal, den Startpunkt unseres Törns. Wer weiß – vielleicht sogar erst dann, wenn wir abgelegt haben werden und mir an Deck stehend der Wind um die Nase pfeift, während wir die Stadt im Kielwasser hinter uns zurücklassen.

Glücklicherweise bleibt noch eine Woche Zeit in Ushuaia, um anzukommen, den Alltag abzustreifen, die Anspannung der letzten Wochen hinter sich zu lassen und langsam in die Reise einzutauchen. Die Ouvertüre sozusagen, bevor das eigentliche Abenteuer beginnt.

Eine Woche, in der nach und nach alle weiteren Crew Mitglieder des Teams eintreffen werden, in der wir ein wenig Ushuaia und seine Umgebung erkunden können, aber vor allem auch die letzten Dinge organisieren, unser Equipment prüfen, Einkäufe erledigen, proviantieren und verstauen, uns als Team zusammen finden und unser Schiff, die Selma, klar machen zum Ablegen für unsere eineinhalbmonatige Reise ins Südpolarmeer. Zu

Ein Kommentar

  1. Liebe Grüße an Jan aus Rauschendorf. Ich drücke euch die Daumen das alles gut läuft. Bin gespannt auf weitere Berichte. Liebe Grüße Manuela

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